Röttgen geschasst – Präludium zum 2. Akt?

Unbezweifelbar stecken hinter der gestrigen Entscheidung der Bundeskanzlerin wohl handfeste machterhaltungstaktische Motive. Aber die Frage drängt sich dann doch auf, ob denn nicht die zunehmend stärker und kritischer hinterfragte Energiewende nicht zumindest mit ausschlaggebend dafür war, dass der “Mister Atomausstieg” der CDU auch noch seinen letztverbliebenen Posten hat räumen müssen. Oder bedingt das eine gar das andere und vice-versa?

Röttgen selbst war als Fachminister eher unspektakulär. Viel zu wenig gebildet, um einen visionären Gedanken zu entwickeln – eher der typische Parteisoldat, der die Parteilinie (hier die Energiewende) auch auf Kosten eigener fachlicher Reputation vertrat, der sich nicht zu schade war, in die Fußstapfen seines Amtsvorgängers zu treten und die Kenntnis der post-grundschulischen Physik in so mancher Talkrunde vermissen zu lassen. Dass dieser stromlinienförmige Gefolgsmann der Kanzlerin so unsanft von ihr geschasst wurde, lässt zumindest aufhorchen :? .

Vielleicht war die Kanzlerin von Anfang an viel weitsichtiger, als es die meisten von uns gesehen haben, vielleicht hat sie jetzt genauso kühn und wohlüberlegt gehandelt, wie seinerzeit unmittelbar nach dem Störfall des Fukushima Daiichi? Vielleicht bereitet sie schlicht den Boden vor für eine überfällige, wünschenswerte aber nur sehr behutsam umsetzbare Korrektur der Energiewende?

Es gibt noch “Ökos”, die keine Ökologisten sind. Es gibt noch Hoffnung…

Enoch zu Guttenberg tritt in die Fußstapfen des einstigen Greenpeace-Gründers Patrick Moore und erklärt seinen Austritt aus dem einst mitgegründeten BUND (Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland), wie die FAZ in Ihrer Samstagsausgabe zu berichten weiß: ”Enoch-zu-Guttenberg-ich-trete-aus-dem-BUND-aus

Bei Patrick Moore war es seinerzeit die Akteptanz der Verstromung fossiler Brennstoffe als “Alternative” oder “kleineres Übel” gegenüber der Atomkraft (kennen wir das nicht irgendwo her ;-) ?), die den Ausschlag für den Austritt aus der zunehmend ideologisch und immer korrupter werdenden “Umweltschutz-Organisation” gegeben hatte. Enoch zu Guttenberg macht auch genau diese Gründe für seine Entscheidung geltend (z.B. die Käuflichkeit, Nähe zur Öko-Lobby etc.), nur gesellt sich zu dem “kleineren Übel” noch ein weitaus größeres dazu, nämlich der “Enthusiasmus für die Windkraft”.

Windkraftanlagen bezeichnet zu Guttenberg als ”Geländefresser” und “hocheffiziente Geräte zur Vernichtung von Vögeln und Fledermäusen”. Damit spricht er wohl nicht nur dem Verfasser aus der Seele :mrgreen:

Strompreise sollen bis 2025 um 70 Prozent steigen

In einem Gutachten des Karlsruher Instituts für Technologie heißt es, dass die Strompreise bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent steigen würden und das wären nur die Preise für die Großkunden die Rabatte verhandeln können. Der Normalverbrauche muss noch tiefer in die Tasche greifen.

Die Schuld liegt dabei bei den Kosten der Energiewende und dem Atomausstieg. Da werden natürlich wieder die Stimmen laut das man doch noch gar nicht sagen könnte wie das in 13 Jahren aussieht. Aber als Öko kann man das? Ihr habt die Glaskugel und könnt sagen das z.B. 100% EE möglich sind?

Die steigenden Kosten erklärten sich sowohl aus dem Ausbau erneuerbarer Energien als auch aus der notwendigen Erweiterung der Stromnetze und der Subventionierung von Solar- und Windstrom.

Eine Lösung für das Subventionen Problem habe ich ja schon hier angedeutet.

Eine Möglichkeit sei, die Preise je nach Energieproduktion zu staffeln. An windigen oder sonnigen Tagen mit viel Strom aus erneuerbaren Energien etwa könnten die Preise sinken.

“Darauf können sich die Verbraucher dann einrichten und energieintensive Maschinen dann einschalten”, sagte Bechtold. Mit neuer Steuerungstechnik sei das durchaus leistbar.

Ja genau, zum Beispiel das Beatmungsgerät was so mancher Nachts braucht um nicht zu sterben, das wird einfach nur noch tagsüber angeschaltet wenn Sonne da ist. In der Nacht nur ab einer bestimmten Windstärke. Und gekocht wird auch nur noch wenn die Sonne scheint.

Die Industrie sei bereit, die Energiewende mitzutragen, sie habe allerdings nur wenige Stellschrauben, an denen sie drehen könne, sagte Bechtold.

Wenn sich der Preis so entwickelt dann wird die Industrie nur an einer Stellschraube drehen, nämlich der die das Outsourcing einleitet.

Das Ziel der Landesregierung, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien von 17 auf 38 Prozent zu steigern, sei wenig realistisch.

“Bis 2020 müssten mehr als 1200 Windräder zusätzlich gebaut werden, davon stehen bislang ganze 6. Das heißt, ab jetzt müssten jeden Monat 12 dazukommen,” rechnete Bechtold vor.

Aber ihr glaubt ja immer noch an das 100% EE Märchen (nicht von den Gebrüdern Grimm, sondern von Väterchen Staat verfasst).

Fritz geht deshalb davon aus, dass Baden-Württemberg in den kommenden Jahren mehr und mehr Strom importieren muss. Bereits in den vergangenen Jahren sei der Anteil der Importe von 17 Prozent auf aktuell 34 Prozent gestiegen.

Am Ende könnten es 40 Prozent sein. “Die Alternative wäre, Gas- oder Kohlekraftwerke zu bauen. Aber wenn sie bis 2020 stehen sollen, müssten sie jetzt bereits geplant sein.”

Genau, Kohlekraftwerke. Super Idee. Wir tun der Umwelt was Gutes indem wir mehr Kohlekraftwerke bauen.

NRW-Wahl: Eine Klatsche für… die “Energiewende”?

Keine Frage – Norbert Röttgen ist nicht nur der Verlierer der gestrigen Wahl an Rhein und Ruhr sondern zumindest einer der Wahlverlierer in der Geschichte dieser Republik! Und er hat nicht nur eine Wahl, nicht nur den CDU-Vorsitz verloren, sondern auch und gerade seinen Posten als Bundesumweltminister - zumindest à la longue, wobei ich persönlich letzteres als nicht allzu “longue” einschätze…

Diese historische Niederlage hat natürlich etwas mit der (freiwilligen!) Hergabe der landespolitischen Kompetenz zu tun. Aber ein Zusammenhang mit der Bundespolitik, insbesondere dem von Röttgen besetzten Umweltministerium, ist nun wahrlich schwer zu übersehen. Röttgen stand (und steht zur Stunde, 10:30 Uhr, immer noch :roll: ) wie kein anderer für die Merkelsche Energiewende, für deren verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, für den damit zwangsläufig verbundenen technologischen Abstieg Deutschlands. In unzähligen Talkruden entpuppte sich dieser Politprofi allzu oft als ein hoffnungslos indolenter Physiker und Ökonom, dem sich grundlegende Naturgesetze nicht so recht erschließen mögen. Diese Hergabe einer einstigen CDU-Kernkompetenz, nämlich der in Puncto Wirtschaftspolitik, war eben das, was ihn nun Kopf und Kragen gekostet hat.

Ganz anders Christian Lindner. Der eigentliche Sieger des gestrigen Abends (von dem Piraten-Phänomen abgesehen) hat sich noch zu Zeiten als FDP-Generalsekretär immer wieder skeptisch über die sog. “Energiewende” geäußert. Im NRW-Wahlkampf vermied er zwar die direkte Konfrontation mit den Energiewende-Apologeten, sprach aber von einer “verlässlichen Energieversorgung” in NRW. Bedenkt man ferner, dass auch die Grünen und die Linke klar zu den Verlierern zählen, war doch der gestrige Urnengang an Rhein und Ruhr eine regelrechte Breitseite ins Kontor der Energiewende-Strategen!

Lettland ist Pro Atomkraft

Das ist ein Skandal für alle deutschen Ökologisten, von daher hat es sich einer dieser Gutmenschen zum Ziel gemacht den Letten deutsches Meinungsgut aufzuzwängen.

Noch sind die Methoden ungefährlich, es handelt sich lediglich um einen Blog, hoffen wir, dass es dabei bleibt.

Er ruft auf, ihm Grafiken zu schicken zum Thema Atomkraft und Erneuerbare Energien.
Meine Glaskugel sagt mir, dass wir bald dort Statistiken finden werden wie Gorleben – Weniger Mädchengeburten wegen Atom-Abfällen?!? oder die KiKK-Studie.

Ein Video bei YouTube von einem lettischen Fernsehsender berichtet über den Ausstieg von Deutschland und hierdurch müssten jetzt Kohlekraftwerke gebaut werden und Atomstrom aus dem Ausland bezogen werden.

Für Ihn ist diese Aussage Pro-Atomkraft? Das entspricht wohl eher einer Aussage von Pro-Wahrheit. Wobei diese ja bei dieser Sorte Mensch gerne mal nach Lust und Laune verdreht wird…

 

 

 

Euer Resultat der Energiewende

Die Bundesnetzagentur warnt:

Nicht nur der Wegfall der sieben Atomkraftwerke mit ihrer rund um die Uhr gesicherten Leistung macht der Energiewirtschaft zu schaffen. Durch den Ausbau des stark schwankenden Ökostroms aus Wind und Sonne müssen die Netzbetreiber auch immer häufiger eingreifen, um das Stromnetz in dem notwendigen Gleichgewicht zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch zu halten.

Das ist die unbequeme Wahrheit wo so manch einer nicht sehen möchte.
Auch Welt.de berichtet:

Es kling paradox: Die ökologische Energiewende in Deutschland führt zunächst zu einer Belastung von Umwelt und Klima. Denn um nach der Abschaltung von sechs Atomkraftwerken im vergangenen Jahr der wachsenden Gefahr eines Blackouts zu begegnen, schlägt die Bundesnetzagentur vor, den Emmissionsschutz zu lockern. Uralt-Kraftwerke, die wegen ihrer hohen Umweltbelastung eigentlich vor der Abschaltung stehen, sollten weiter in Betrieb bleiben.

Das ist Sie eure schöne Energiewende.
Das erinnert mich an ein Bild was ich mal auf der BZ online gesehen habe in einem Artikel zu einem Atomkraftprotest. Dort zeigen die Atomkraftgegner ein Plakat mit einer Weltkugel und Kohlewerken (sollten wahrscheinlich in Ihren Augen Kernkraftwerke sein) die die Luft verpesten (können also nur Kohlewerke sein aber Atomkraftgegner sind in solchen belangen etwas sinnbefreit) und der Aufschrift das “wir so eine Zukunft nicht möchten” (Sinngemäß). Aber das ist ja genau die Zukunft die Deutschland jetzt bevorsteht.

Die BZ sucht das passende Problem zu einer Lösung…

Ein wunderschönes Beispiel einer methodischen Auf-den-Kopf-Stellung liefert wieder einmal die “Badische”. Da berichtet eine Frau Annette Mahro über die “Seismo 12“, eine Erdbeben-Simulation, und führt anschließend aus:

>> Eine Atomkatastrophe hat man dagegen nicht mitsimuliert. Stattdessen melden die Übungsrechner: “Keine nukleare Gefährdung” - keine Schäden an AKW. <<

Liebe Frau Mahro, Sinn und Zweck solcher Simulationen besteht eben darin, die Folgen eines bestimmten vorausgesetzten Ereignisses (hier eines Erdbebens) zu simulieren – und nicht, bestimmte Folgen vorauszusetzen (hier einen Kernkraftwerks-Störfall), um dann womöglich zu gucken, welche Ausgangsereignisse hierzu führen könnten ;-)

S’il vous plaît ne faisez pas, Monsieur le Président!

François Hollande hat’s nun geschafft – jetzt wird ihn sein einstiges Wahlversprechen womöglich einholen. Denn zumindest für die südbadischen Ökologisten soll er nun liefern, wie die BZ unmißverständlich und mit einigem Nachdruck einfordert: Was-wird-nach-Hollandes-Wahlsieg-aus-dem-AKW-Fessenheim.

Bitte nicht, Monsieur le Président, verschonen Sie uns und unsere Umwelt am Oberrhein!

PS: Inzwischen scheint die KiKTK-Studie nun eine traurige empirische Bestätigung zu erfahren: deaths-per-twh-by-energy-source. Hoffentlich kriegen wir nicht jetzt irgendein Kohlekraftwerk in Fessenheim hingestellt :eek: Energiewende? Nein, Danke!

AAI: Massendefekt. E=mc²

E=mc² – die wohl bekannteste und ebenso elegante Gleichung der modernen Physik gehört gerade im Lande deren Schöpfers zu den verhältnismäßig wenig verstandenen physikalischen Erscheinungen, auch und gerade im Bereich der Energiepolitik. Denn wenn es um Politik oder gar Ideologie geht, schalten die Nachfahren des Albert Einstein gerne den Verstand einfach mal ab und das nicht nur in Puncto Physik…

Der damit korrespondierende AAI ist der sog. Massendefekt. Der Begriff als solcher bietet zwar genügend Angriffsfläche für A-A-Dysphemismen (schließlich ist von einem “Defekt” die Rede ;-) ) aber unter den A-A-Strategen überwiegt doch die Tabuisierung, evtl. Zahlenrelativierung und Verklärung des Prozesses der Kernspaltung.

So wissen wir nicht zuletzt aus Atomkraft welche Theorien über die Art und Weise der Energiegewinnung aus dem Atomkern gesponnen werden. Da ist die “Freisetzung der starken Kernkraft”, die “Nutzung der kinetischen Energie der Strahlen” – etc. pp. Zu den meist kultivierten Tabuisierungen zählt jedoch die direkte Konsequenz aus dem E=mc². Es ist erschreckend, dass die meisten Physiklehrer/Innen hierzulande zumeist nicht Willens oder gar nicht erst in der Lage sind, das simple E=mc² mal durchzurechnen; stattdessen bläuen sie den Kids pausenlos die “Endlichkeit von Uranvorkommen” und ähnlichen Unfug mehr ein. Wir wollen jedenfalls das in der Schule Versäumte hier kurz nachholen; vorab sei jedoch abermals betont: Kilowattstunde ist nicht Kilowatt pro Stunde :x !

Die Lichtgeschwindigkeit beträgt bekanntlich 300’000 Km/s (in einer Sekunde von hier zum Mond), also 3*10^8 m/s. Das ins Quadrat ergibt 9*10^16 (m/s)². Würden wir also 1 Kg Masse zum Verschwinden bringen (wohl gemerkt spurlos, denn an dieser Stelle wird häufig der Atommüll eingewandt :D ), hätten wir 9*10^16 J = 9*10^7 GJ Wärmeenergie gewonnen und unter Berücksichtigung des Carnot-Effektes hätten wir immerhin 3*10^7 GJ elektrische Energie. Man kann GJ auch als GWs (Gigawattsekunde) bezeichnen, somit ergäben sich nach einer Teilung durch 3600 gute 8’000 GWh; durch 24 Stunden ergibt es immerhin 350 GW*Tag (Gigawatttage) und demzufolge ca. 1 GW*Jahr (Gigawattjahr).

Mit anderen Worten, ein Reaktoblock von 1 GW (1 Gigawatt) Leistung würde binnen eines Jahres gerade mal 1 Kg Masse (spurlos) verbrennen. Lohnt sich dann noch über die “Endlichkeit des Kernkraftwerksbrennstoffe” zu reden?

Die Ökologisten werden allmählich nervös…

Auf den ersten Blick lässt der Artikel der BZ “Energiewende-ist-nicht-in-Gefahr” nichts Spektakuläres erwarten. Da produziert sich ein Herr Prof. Eicke R. Weber, Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg und erzählt im Wesentlichen das Märchen vom “Perpetuum mobile 4. Art” in Eigenschaft als moderner Alchemist im Dienste Seiner/Ihrer Hoheit. Dass die ”Badische” sofort eine Plattform für diesen Unfug bietet, liegt in der Natur dieses Blatts, das nicht umsonst den Beinamen “Ökologistische Prawda” trägt… ;-)

Aber interessant sind diesmal die Leserkommentare. Die zwei-drei Öko-Gutmenschen, die eigentlich wegen fortdauernder Ausfälligkeiten und persönlicher Beleidigungen längst hätten gesperrt werden müssen (vgl. BZ Netiquette), befinden sich klar in der Minderheit. Die überwältigende Mehrheit der Kommentatorinnen und Kommentatoren hat den Unfug des Professörchen nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und das stets fundiert, unterlegt mit klaren Fakten gepaart z.T. mit einem beachtlichen Fachwissen. Die Ökologisten hingegen hatten in der Sache absolut nichts zu bieten. Sie sind über den abgedroschenen und überaus primitiven Vorwurf, Andersdenkende würden von den Energieunternehmen bezahlt (wörtlich: diese würden ”Schreiberlinge” anheuern :mrgreen: ), kaum hinausgekommen.

Tja, die Aufklärung – nicht zuletzt dank Lexi-AAI oder Fesse-OUI – macht Fortschritte, was unsere Ökologisten allmählich nervös werden lässt…